Vereinsleben bei der Bürgermusik Saalfelden

  • Dass die öffentliche Hand, sprich die Gemeinde Saalfelden, als wichtiger Geldgeber auch für den Bürgermusikverein, dann und wann die Kapelle zu verschiedenen Einsätzen ruft, liegt auf der Hand. Sei es für Empfänge von großartigen Saalfeldner Sportlern, zu verschiedenen Eröffnungen (Messen, Kongresse,...), Begräbnisse, o.ä.

    Eine sehr wichtige Einnahmequelle für die Kapelle ist der jahrzehntelange, daher schon traditionelle Gruß zum 1.Mai. Von morgens bis spät abends wird marschiert und aufgespielt, die Strapazen aller Mitwirkenden sind groß. Der Bevölkerung ein herzliches Dankeschön für die Spendenfreudigkeit!

    Schon weit über 100 Jahre alt ist die Tradition der jährlichen kirchlichen Ausrückung zur Fronleichnamsprozession.

    Natürlich werden auch in Saalfelden den Sommer über die sogenannten Platzkonzerte gespielt. Die Orte der Konzerte wechselten seit jeher vielfach, von den verschiedensten Plätzen zu Gaststätten mit Gastgärten, in den 80er und 90er Jahren im Musikpavillon im Park.

    Fixe Bestandteile im Vereinsleben der Bürgermusik sind das Oster- und Cäcilienkonzert. In monatelanger Vorbereitungsphase werden diese beiden großen Konzerte eingeprobt. Seit es in Saalfelden einen Festsaal gibt, haben diese musikalischen Höhepunkte im Vereinsjahr einen besonders schönen Rahmen, die Kapelle darf sich über sehr großes Publikumsinteresse freuen.

    Wurde schon im Jahr 1922 von der Bürgermusik ein Preisranggeln veranstaltet, so entwickelte sich Saalfelden Anfang der 70er Jahre zu einer Rangglerhochburg. Die Bürgermusik organisierte perfekte Länderranggeln, Landes-und Staatsmeisterschaften.

    Alle 4 Jahre wurde ein Faschingsumzug auf die Beine gestellt, die Bürgermusik natürlich immer dabei, sei es als Lumpenmusi, Ali Baba und die 40 Räuber, als Ölscheichs, als Negermusi mit Baströckchen, als Bierdosen, als Außerirdische, als Bauernmusi, als Werbeträger gesunder Milch für die EU oder als Gardemusik - im Bild beim Faschingsumzug 1998.

    Ein fixer Bestandteil im geselligen Vereinsleben ist das Eisschießen.
    Bereits am 13. März 1921 fand ein Wettkampf in Bsuch beim Rainerwald statt.
     Waren es früher regelmäßig sportliche Kämpfe gegen die Musikkapelle Maria Alm, so wurde in den letzten Jahrzehnten abwechselnd gegen Feuerwehr und Schützenkompanie Saalfelden um den Sieg gekämpft (wenn möglich um einen Sieg mit einem "Schneiderer", um die dazu erforderlichen "Kehrschüsse", beim Weitschießen um die "Gamskehr", das ist der weiteste Schuss des Tages und beim "Glaodschießen" um meistens Sachpreise). Es wurde schon um die tollsten Preise für den Sieg gerungen, z.B. ging es schon öfter um einen Geißbock oder um ein Schwein ...

    Fußballspiele, die auch immer wieder ausgetragen werden, entwickeln sich aufgrund der technischen Perfektion der Bürgermusikanten und der immens lautstarken Hilfe durch die Fans zu besonderen Schlachten auf dem Spielfeld. Bei der anschließenden Siegesfeier sind dann die Wunden - soweit sie nicht allzu arg sind - bald betäubt bzw. wieder verheilt.

    1966 wurde eine erste Fahrt in das Weinbaugebiet Ziersdorf unternommen, dieser folgten mehrere Besuche als Konzertfahrt oder Ausflug, Gegenbesuche vertieften die Freundschaft zwischen den beiden Musikkapellen, der resche Veltliner tat ein Übriges.

  • 1977 erfolgte ein erster Flug nach Brüssel mit Weiterfahrt nach Grimbergen zur Musikkapelle de Ware Vrienden. Die Bürgermusik wurde herzlich aufgenommen, rasch entwickelte sich eine intensive Beziehung mit Gegenbesuchen, viele Aktivitäten wurden in diesen schon über 30 Jahren gesetzt, Freundschaften entstanden.

    Die Höhenfeuer von Saalfelden sind weit über die Grenzen hinaus bekannt. In Zusammenarbeit mit Fremdenverkehrsverband und Feuerwehr gestaltet die Bürgermusik dieses Fest am Ritzensee. Aus bescheidenen Anfängen in den 70er Jahren entwickelte sich bis heute ein großes Fest, das die Kapelle gastronomisch betreut. Bei schönem Wetter ist dieses Fest zur Sonnenwende eine wichtige Einnahmequelle, bei Schlechtwetter heißt es oft "außer Spesen nichts gewesen".

    War es bis in die 60er Jahre vor allem zu Namenstagen gewisser Persönlichkeiten, so ist es heute bei runden Geburtstagen von Musikanten, treuen Mitgliedern und Gönnern mit besonderer Beziehung zur Musikkapelle, bei denen die Bürgermusik ihre Dankbarkeit und Wertschätzung mit einem Ständchen ausdrückt.

    Vor allem in letzter Zeit wurde - neben dem schon jahrzehntelangen Einsatz des Quartettes - das Ensemblespiel in allen Registern und sonstigen Besetzungen forciert. Gerade diese Art des Musizierens in kleinen Gruppen ist musikalisch sehr wertvoll und trägt sicher zum Anheben des Niveaus bei.

    Wie bei jedem Verein ist gerade bei der Musikkapelle besonders wichtig, den Nachwuchs zu fördern. Diesbezüglich wird bei der Bürgermusik viel Geld investiert, aber auch enorm viel freiwillige, unbezahlte Leistung von den für die Jugend Verantwortlichen erbracht. Diesen Musikanten sei herzlich gedankt, ihre Arbeit ist zukunftsweisend und für die Kapelle sehr wichtig.

    Der Gemeinschaftssinn und die Kameradschaft sind für die Kapelle sehr wichtig und werden entsprechend gepflogen. Neben den Ausflügen und sonstigen gemeinschaftlichen Aktivitäten ist es auch die jährlich um Maria Empfängnis stattfindende Jahresabschlussfeier, worauf sich alle Musikanten und deren Partner, Ehrenmitglieder usw. immer wieder freuen. Weiters kann eine Geburtstagsjause nach einer Probe oder sonstige "Hucker", die natürlich nur als sinnvolle Nach- und Vorbesprechungen zu verschiedenen Ausrückungen dienen, schon mal etwas länger dauern ...